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Nachricht vom 26.05.2013 00:00
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Erste Aufnahmen der deutschen Röntgenkamera
Europäischer Röntgensatellit XMM arbeitet hervorragend
Der Röntgensatellit XMM im All [Bildrechte: © by DLR]
Köln-Porz - Die ersten Bilder des europäischen Röntgensatelliten XMM
(X-Ray Multi Mirror) begeistern die Wissenschaftler. Nach dem Start
im Dezember wurden im Januar der Reihe nach die wissenschaftlichen
Instrumente eingeschaltet und getestet, jetzt liegen die ersten
Ergebnisse vor. Die Beobachtungen bestätigen die hervorragenden
Eigenschaften des Röntgenobservatoriums. Die Wissenschaftler erwarten
von XMM einen deutlichen Fortschritt in der Röntgenastronomie, der
dazu beiträgt, die Natur von Neutronensternen, Supernova-Überresten,
Galaxienhaufen und anderen kosmischen Strahlungsquellen zu
enträtseln. Erste Bilder und Daten der deutschen Kamera können ab 9.
Februar, 10.30 Uhr, im Internet abgerufen werden:
http://wave.xray.mpe.mpg.de/xmm/presse/
Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) fördert als
deutsche Raumfahrtagentur die Beteiligung deutscher Wissenschaftler
an diesem Projekt. Drei Institute haben wesentliche Beiträge zum XMM-
Projekt geliefert: das Max-Planck-Institut für Extraterrestrische
Physik (MPE) in Garching, das Institut für Astronomie und Astrophysik
der Universität Tübingen (IAAT) und das Astrophysikalische Institut
Potsdam (AIP). Der Teleskopwissenschaftler wird vom MPE gestellt, und
MPE und AIP sind am Survey Science Center",das die Teleskopdaten für
die Wissenschaftlergemeinde aufbereitet, beteiligt. Der größte
Beitrag zu XMM ist aber die Beistellung einer neuartigen
Röntgenkamera. Der vom MPE und IAAT entwickelte Detektor für
Röntgenstrahlen zeichnet sich durch seine hohe Empfindlichkeit und
gute Zeitauflösung aus. Diese Eigenschaften beruhen auf der
Verwendung von speziell für XMM entwickelten und optimierten CCDs (pn-
CCDs), die im Halbleiterlabor der Max-Planck-Gesellschaft hergestellt
wurden. Die besonderen Eigenschaften dieser Kamera ermöglichen auch
die Untersuchung der Energieverteilung der registrierten
Röntgenstrahlung sowie deren zeitlichen Variabilität.
Der XMM-Satellit wurde in Deutschland bei der Firma Dornier
Satellitensysteme GmbH in Friedrichshafen gebaut. Der Start in einen
hochexzentrischen Orbit erfolgte am 10. Dezember 1999 auf einer
ARIANE 5-Rakete. Am 19. Januar 2000 wurde mit der deutschen CCD-
Kamera das erste Röntgenbild des Himmels mit XMM ("First Light")
gemacht.
Im Vergleich mit seinem Vorgänger, dem deutschen Röntgensatelliten
ROSAT, besitzt XMM eine rund zehnmal größere Sammelfläche, ist für
Röntgenstrahlung in einen größeren Energiebereich empfindlich (0,1-12
keV anstelle von 0,1-2,4 keV bei ROSAT) und besitzt eine um einen
Faktor 4 höhere Energieauflösung (bei 1 keV). Die große Sammelfläche
wird durch drei parallel ausgerichtete Teleskope erreicht, deren
Optik jeweils aus einer Anordnung von 58 ineinander geschachtelten
Wolter 1-Spiegeln besteht. Jede einzelne dieser Spiegelschalen
ähnelt einem sich verengendem Rohr, an dessen äußerst präzise
gefertigter Innenseite die Röntgenstrahlen unter sehr flachen Winkeln
reflektiert werden.
Im Brennpunkt der drei Teleskope befindet sich jeweils ein CCD-
Detektor, der auch in der Lage ist, die Energie der einfallenden
Strahlung zu messen, also praktisch "Farben" im Röntgenbereich zu
sehen. Die Kameras beruhen auf zwei unterschiedlichen Technologien:
Neben der deutschen pn-Kamera wurden die beiden anderen in
Großbritannien ("MOS-CCD") entwickelt. In den Teleskopen mit den
britischen Kameras wird ein Teil des Röntgenlichts in zusätzliche
Spektroskopie-Instrumente abgezweigt, die eine detaillierte Analyse
des Energiespektrums ermöglichen.
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