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Nachricht vom 23.05.2013 00:00
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Die Bilanz eines Kaltstarts
Kältester Mai seit 1902
Die Karte zeigt die Abweichung der aktuellen Temperaturen in etwa 1500 Metern Höhe im Vergleich zum langjährigen Mittel. Deutlich zu sehen ist, dass die Kaltluft über Westeuropa hinweg bis nach Afrika vorgedrungen ist und dort für zu kalte Werte von mehr als 10 Grad sorgt. [Bildrechte: Georg Müller]
Hamburg ? Wer glaubt, dass der Mai 2010 zu kalt sei, der hat absolut
Recht. In den letzten 100 Jahren ist kein Mai in Deutschland kälter
gestartet als der aktuelle Wonnemonat Mai. In den ersten 13 Tagen wichen
die Temperaturen vor allem im Westen um Aachen und Düsseldorf herum
satte 5,2 Grad vom langjährigen Mittel der letzten 50 Jahre ab. Deutlich
unterkühlt zeigte sich die Temperatur auch im Norden des Landes wo in
Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen und Niedersachsen eine
durchschnittliche Abweichung der Temperaturen zwischen 4,1 Grad und 4,7
Grad zu verzeichnen war. Durchschnittstemperaturen von 6,9 Grad in
Schleswig und 7,5 Grad in Hamburg hat es schon lange Zeit nicht mehr
gegeben über einen so langen Zeitraum. Im Osten und Südosten des Landes
waren die Abweichungen etwas moderater, auf einer Linie vom Saarland
über Hessen, Thüringen bis Mecklenburg-Vorpommern lag die Abweichung
deutlich über 3 Grad, östlich und südwestlich davon zwischen 1,5 Grad
bis 2,7 Grad . Auffällig ist, dass die Zugspitze eine fast unveränderte
Durchschnittstemperatur vorweist, was bedeutet dass die größten
Abweichungen im Flachland vorlagen, während sie sich mit jedem
Höhenmeter verringerten.
Bundesweit fehlen 3,3 Grad zum langjährigen Mittel
Gemessen an dem Mittelwert der letzten 50 Jahre in Deutschland von 11,73
Grad, wichen die Temperaturen in diesem Mai bislang um 3,3 Grad negativ
ab. Nicht nur die Nächte waren zu kühl, vor allem an der
Tagestemperatur bemerkten Mensch und Natur, dass dieses Jahr alles
anders zu sein scheint. Seit über zwei Wochen strömte in einer
südwestlichen Strömung am Rande eines umfangreichen Hochs auf dem
Atlantik die kalte Polarluft weit bis in den Süden vor die afrikanische
Küste voran. Deutschland befand sich im Zufluss feuchtkalter Luftmassen
polaren Ursprungs. Gleichzeitig strömte warme Luft in Osteuropa bis weit
in den Norden Russlands. Selbst in Finnland wurden Tagestemperaturen
von über 25 Grad gemessen. Der Mai 2010 kann als einer der kältesten in
die Geschichte Deutschlands eingehen, sollte nicht in absehbarer Zeit
ein Wetterumschwung eingeläutet werden. Derzeit herrschen die
sogenannten Eisheiligen, die dieses Jahr besonders lange ihrem Namen
Ehre machen, auch wenn keine Nachtfröste akut drohen, so wird mit der
?Kalten Sophie? am Samstag möglicherweise die kälteste Periode dieses
Mais beendet werden.
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