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Dienstag, 21. Mai 2013
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Nachricht vom 21.05.2013 00:00 Wetterspiegel auf Twitter folgen.

TBT-Gift in der Schiffsfarbe erregt öffentliches Interesse

Greenpeace-Aktion gegen "Queen Elizabeth 2"

Bremerhaven - Erfolg im Kampf gegen das Umweltgift TBT: Nach einer mehrstündigen Protestaktion von Greenpeace beim Einlaufen des Kreuzfahrtschiffes "Queen Elizabeth 2" im Hafen von Bremerhaven hat der Reeder des Schiffes, Cunard Lines, seinen Verzicht auf die Verwendung von TBT-Farben erklärt. Die Cunard-Vertreter Steve Storey und Willy Kristiansen sicherten Greenpeace nach einem Gespräch schriftlich zu, dass der weltberühmte Luxusliner bei dem 2001 fälligen Neuanstrich von seinem giftigen TBT-Altanstrich befreit und vollständig mit TBT-freier Farbe lackiert wird. Der Verzicht auf TBT-Farben gilt auch für die beiden anderen Ozeanriesen der Cunard-Line und wird möglicherweise auch auf die gesamte Flotte der Cunard-Muttergesellschaft ausgedehnt. Für das sofort nötige Ausbessern des TBT-haltigen Unterwasser-Anstriches der "QE2" will Cunard prüfen, ob Alternativfarben ohne TBT bereits jetzt aufgebracht werden können. Die Einigung war zu Stande gekommen, nachdem über 50 Greenpeace-Aktivisten den Ozeanriesen am Eindocken gehindert hatten. Die Umweltschützer hatten im Hafenbecken vor Dock 1 der Lloyd-Werft Dutzende, mit "Stoppt TBT!"-Fahnen beflaggte Schwimminseln und Kanus ins Wasser gelassen. Als Schlepper das 290 Meter lange Schiff in Richtung Dock ziehen wollten, sprangen zusätzlich vier Greenpeace-Schwimmer ins Wasser und trieben rund 200 Meter vor dem Heck des Schiffes. Daraufhin mussten die Schlepper stoppen, die "Queen" musste trotz des hohen Zeitdrucks an der Kaimauer festmachen. Weltweit wird der Einsatz von TBT-Schiffsfarben stark kritisiert. Die Internationale Meeresorganisation der Vereinten Nationen (IMO) berät ab Montag in London über ein weltweites TBT-Verbot ab 2003. Widerstand dagegen leisten vor allem die internationalen Reeder, die Chemieindustrie und einige Großflaggen-Staaten. Regierungsvertreter aller Länder der Welt treffen sich vom 15.-26. November im Rahmen der Hauptversammlung der Internationalen Schifffahrtsorganisation (IMO) in London, um über ein weltweites Verbot des giftigen Antibewuchsmittels TBT (Tributylzinn) zu entscheiden. "Das Gift TBT muss schnellstens verboten werden, denn es ist in der Lage, in das Hormonsystem von Tieren und Menschen einzugreifen und dieses zu schädigen", warnte WWF-Meeresschutzexpertin Patricia Cameron. Der WWF fordert die deutsche Delegation bei der IMO-Hauptversammlung auf, sich für das TBT-Verbot einzusetzen.

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