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Dienstag, 24. April 2018

Nachricht vom 10.04.2018 13:18 Wetterspiegel auf Twitter folgen.

Warum macht er was er will?

April, April...

Das der April seine Laune hat, dürfte wohl jedem bekannt sein. Doch kann er deutlich mehr als nur Regen- und Graupelschauer. 

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Von leichten bis mäßigen Frösten bis hin zu ausgewachsenen Hitzewellen, von nassem Schauerwetter bis hin zur Dürre zeigen die Wetterdaten der letzten Jahrzehnte einiges an Wetterreichtum, die der April zu bieten hat. [Bildrechte: iwk] 

Die Launenhaftigkeit hat der April vor allem eines zu verdanken. Der Umstellung der Großwetterlage. Der Unterschied zu noch kalten Polarregionen und wärmeren Landbereichen steigert die Entwicklung von Tiefdruckgebieten, die meist eine große Rolle im April spielen. Oft bilden sie sich über Island oder Grönland aus und ziehen dann weiter Richtung Osten. Dabei bekommt Mitteleuropa einiges mit. Zum einen die milderen Vorderseiten der Tiefdruckgebiete, die hier mit südlichen Strömungen die Luft aus dem Mittelmeerraum oder gar von den Kanaren anzapft. Rauschen diese Tiefdruckgebiete weiter Richtung Osten, gelangen wir auf deren Rückseite. Dann kommt die Luft aus dem noch kalten Norden und es bilden sich Schauer, die zum Teil auch mit Graupel oder gar noch mit Schnee vermischt sein können. Oft bilden sich gar richtige Tiefdruckgebietsbänder, wobei ein Tief das nächste folgt, was in der Meteorologie auch als Westwinddrift bezeichnet wird. Eine typische Aprilwetterlage. 

In den letzten zehn Jahren kam es aber auch zu eher untypischen Wetterlagen. Blockierende Hochdruckgebiete legten sich über Mitteleuropa und ließen eben genau diese Westwinddrift nicht zu. So kamen seltener Niederschläge auf und deutlich höhere Sonnenstunden und auch höhere Temperaturen. Vielleicht erinnert sich der eine oder andere noch an den April 2007. Vor genau elf Jahren erlebte Deutschland den wärmsten und sonnenreichsten April seit Wetteraufzeichnung. Im Vergleich zum langjährigen Mittel (1961 bis 1990) wurden Temperaturabweichungen von 5 bis 6 Grad ermittelt. Bei der Sonnenscheindauer erlebten wir wahre Höhenflüge. Besonders in der Südhälfte zeigte sich die Sonne mehr als doppelt so viel wie es normalerweise üblich ist. Wo viel Sonne und Wärme ist, sind dann natürlich auch Niederschläge rar. Mit weniger als 7 Prozent vom zu erwartenden Niederschlag war dieser April eines der trockensten seit Wetteraufzeichnung. Temperaturrekorde waren die Folge. Es gab auch erste Tropentage mit Höchstwerten von über 30 Grad. Im darauf folgenden Hochsommermonat August kam die Sonne dagegen deutlich seltener zu Vorschein. Beispielsweise standen sich im April 354 Stunden 235 Stunden im August in Karlsruhe gegenüber. 

Das der April auch anders kann, bewies er übrigens gleich ein Jahr später. Dabei zeigte sich in Karlsruhe die Sonne gerade einmal 130 Stunden in der Summe. Dazu kam gut ein Drittel mehr an Niederschlag als normal auf und die Temperaturen zeigten einen eher normalen Werdegang mit Mitteltemperaturen zwischen 7 und 8 Grad statt 10 bis 15 Grad im Jahr zuvor. 

Wie sich der diesjährige April jedoch entscheidet, ob Westwinddrift oder doch Hochdrucklagen, ist aus jetziger Sicht noch nicht vorher zu sagen. Sicher ist nur, dass der April auch in diesem Jahr sicher einiges für uns bereit hält. 

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