Mein Wetter 
 Europa  >  Deutschland  >
Freitag, 14. Dezember 2018

Nachricht vom 26.06.2014 12:47 Wetterspiegel auf Twitter folgen.

Naturphänomen könnte globale Temperatur weiter ansteigen lassen

2014 wieder ein El Niño-Jahr?

Der El Niño ist ein interessantes Phänomen, welches das typische Wetter im südlichen Pazifik auf den Kopf stellt. Die trockene Atacama Wüste in Chile wird plötzlich zu einer blühenden Oase und der sonst tropische Osten Australiens und Indonesiens kämpft mit Waldbränden und extremer Trockenheit.

Pazifik Juni 2014
Erhöhte Meeresoberflächentemperaturen im östlichen Pazifik. Aktuelle Werte vom 18.Juni 2014. [Bildrechte: NOAA] 

Warum drehen sich die Klimaverhältnisse um?

Die tatsächliche Ursache für diese plötzliche 180 Grad Wendung ist tatsächlich noch nicht exakt wissenschaftlich geklärt. Theorien zufolge hängt dies mit einer Abschwächung bis hin zur kompletten Umkehrung der Passatwinde zusammen. Normalerweise bringt der Humboldtstrom kaltes nährstoffreiches Tiefenwasser von der Antarktis über die Küsten Chiles und Perus bis zum Äquator. Dort wird es durch die  starke Sonneneinstrahlung an der Oberfläche aufgeheizt und mit den Passatwinden nach Westen getrieben. Bleibt der Passatwind aus, „schwappt“ das warme Meerwasser wieder in Richtung Südamerika, wo es verdunstet und an den sonst trockenen Küsten Chiles und Perus für Regen und Überschwemmungen sorgt. El Niños bauen sich in der Regel von Juni bis Dezember auf, mit einem Maximum um die Weihnachtszeit. Daher auch der Name „El Niño“, was soviel bedeutet wie „das Christkind“.

Bahnt sich ein neuer rekordverdächtiger El Niño an?

Mittlerweile geht das NOAA (National Oceanic and Atmospheric Administration) von einer 80-prozentigen Wahrscheinlichkeit für ein El Niño Ereignis im folgenden Winter aus. Um dies vorherzusehen, messen Forscher Meerestemperaturen und andere meteorologische Parameter. Spezifische Daten liefern rund 70 Messbojen der Tao/Triton-Kooperation, die über einen 1000 Kilometer breiten Streifen im tropischen Pazifik verteilt sind. Steigt die Meerestemperatur im Pazifik auf ein ungewöhnlich warmes Niveau an, während sich gleichzeitig auch noch die Stärke des Passatwindes verändert, sind sicherlich alle Weichen für einen herannahenden El Niño gestellt. Ob es jedoch 2014/15 wieder zu einem Rekord El Niño wie zwischen den Jahren 1997/98 kommt ist noch umstritten. Tatsache ist: Nach einem El Niño Ereignis gibt der überdurchschnittlich warme Pazifik seine Energie an die Atmosphäre ab und die globale Temperatur steigt. Nach dem Rekord-El Niño im Winter 1997/98 kam es zu einem Anstieg der globalen Mitteltemperatur um 0,2 Grad Celsius. Je nachdem, ob und wie stark der herannahende El Niño ausfallen wird, könnte er zu globalen Rekordtemperaturen im Jahr 2015 beitragen.

+++ Dieser Artikel wurde erstellt von Jessica Schermuly vom Institut für Wetter- und Klimakommunikation. +++

Diese Seite zu Mister Wong hinzuf�gen Diese Seite zu Google-Lesezeichen hinzuf�gen Diese Seite zu del.icio.us hinzuf�gen Diese Seite zu LinkArena hinzuf�gen oneview - das merk ich mir!
Diese Seite gefällt Ihnen?
Klicken Sie auf einen der nebenstehenden Buttons, um Sie zu Ihren bevorzugten Favoritenseite hinzuzufügen.
Wetterspiegel Alle auf dieser Site zur Verfügung gestellten Informationen sind urheberrechtlich
geschützt und dürfen ohne schriftliche Genehmigung nicht weiterverwendet werden.
Bitte beachten Sie auch unser Impressum und unsere AGB.