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Dienstag, 26. September 2017

Nachricht vom 26.04.2011 16:53 Wetterspiegel auf Twitter folgen.

Neue Studie stellt Emissionserfassungssystem in Frage

Reiche Länder verursachen zunehmend CO2-Emissionen in ärmeren Ländern

101212 Klimawandel
Neue Studie: Reiche Länder sind zunehmend für den Ausstoß von Treibhausgasen in ärmeren Ländern verantwortlich. [Bildrechte: www.amigos-unidos.de] 

Berlin - Reiche Länder sind zunehmend für den Ausstoß von Treibhausgasen in ärmeren Ländern verantwortlich. Dort verursachen sie durch ihren Konsum mehr CO2 als sie in ihren eigenen Grenzen einsparen. Das hat ein internationales Wissenschaftlerteam in der ersten umfassenden Studie zu diesem Thema herausgefunden. Die Autoren haben Emissionsverlagerungen in 95 Ländern und 57 Wirtschaftsbranchen über 19 Jahre hinweg untersucht; bislang gab es ähnliche Analysen nur für einzelne Jahre.

Keine Begrenzung der Emissionen für Schwellen- und Entwicklungsländer

?Wer ein Radio oder eine Hose in Deutschland kauft, verursacht CO2-Emissionen im Herstellungsland, weil die Fertigung nun einmal Energie verbraucht ? etwa in China oder Bangladesch?, erklärt Jan Christoph Minx aus den Forschungsbereichen Klimaökonomie und Sustainable Engineering der Technischen Universität Berlin (TU), einer der Autoren. Unter dem Klimaschutzabkommen des Kyoto-Protokolls haben sich Industrieländer zur Begrenzung ihres CO2-Ausstoßes verpflichtet. Für Schwellen- und Entwicklungsländer wurde auf eine solche Begrenzung jedoch verzichtet, um notwendiges Wirtschaftswachstum im Kampf gegen die Armut nicht zu behindern. Industrienationen können deshalb auch durch wachsenden Konsum von Produkten aus Entwicklungsländern direkt zum globalen Anstieg klimaschädlicher CO2-Emissionen beitragen. ?Wir begrenzen Emissionen bei uns, verursachen aber zugleich mehr CO2-Ausstoß in Regionen ohne Klimaschutzziele?, sagt Minx. Nur durch dieses Auslagern von Emissionen, so die Autoren, könnten die Industrieländer bislang ihre Klimaschutzziele mit vergleichsweise geringen Anstrengungen und trotz wachsenden Konsums erreichen.

Studie stellt System zur Erfassung vin Emissionen in Frage

Die Ergebnisse deuten auf Schwächen im internationalen Berichtssystem zur Erfassung von Emissionen hin. ?Im heutigen Zurechnungssystem müssen Industriestaaten die durch ihren Konsum verursachten Emissionen nicht melden, selbst wenn diese zum weltweiten Emissionsanstieg beitragen?, sagt Leitautor Glen P. Peters vom Center for International Climate and Environmental Research (CICERO) in Oslo. ?Unsere Forschungsergebnisse legen nahe, dass sie über die durch internationalen Handel auftretenden Emissionen zusätzlich berichten sollten.? Emissionen werden unter dem Kyoto-Protokoll dem Land zugeschrieben, auf dessen Gebiet sie entstehen. Ob dieses Prinzip alleine ausreicht, solange es nur regionale Ziele im internationalen Klimaschutz gibt, stellt die Studie nun in Frage.

Klimaschutzsystem international zersplittert

?Das bedeutet nicht, dass man auf regionale Regeln zur Emissionsvermeidung genauso gut verzichten könnte, sondern dass im Gegenteil deren Ausweitung nötig ist?, erklärt Ottmar Edenhofer vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK), Autor der Studie und  zugleich Leiter des von der Michael-Otto Stiftung mitfinanzierte Fachgebiet Klimaökonomie an der TU Berlin. Derzeit ist das Klimaschutzsystem international zersplittert. ?Jetzt brauchen wir Pfade zu einem globalen Abkommen?, betont Edenhofer. Nur ein solches könne letztlich die in der Studie aufgezeigten Probleme vermeiden.

Quelle: Potsdam Institut für Klimafolgenforschung

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