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Dienstag, 26. September 2017

Nachricht vom 10.12.2009 12:22 Wetterspiegel auf Twitter folgen.

Störung der Westwindzone führt zu ungewöhnlichen Druck- und Temperaturverhältnissen

Temperaturgegensätze zwischen Grönland und Nordrussland

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[Bildrechte: Wetterzentrale] 

In den kommenden Tagen stellt sich die Wetterlage immer mehr auf Winter um. Dabei sinken die Temperaturen bei uns in Deutschland schrittweise ab und zu Beginn der kommenden Woche ist vielerorts sogar leichter Dauerfrost möglich.

Verursacht wird dieser "Winteranlauf" durch eine großräumige Störung der Westwindzone. West- und Mitteleuropa befinden sich im Bereich dieser Westwindzone, d.h. im Durchschnitt bewegen sich Tief- und Hochdruckgebiete mehr oder weniger von West nach Ost vom Atlantik über uns hinweg.

Dieses Muster wird bisweilen jedoch "gestört", entweder durch sogenannte blockierende Hochs oder - wie jetzt - durch eine allgemeine Veränderung der Luftströmung. Auslöser ist dabei der schwere Schneesturm in den USA, das dazugehörige kräftige Tief zieht nun vor die Küste Neufundlands und schiebt über dem westlichen Nordatlantik riesige, warme Luftmassen nach Norden Richtung Island und Grönland. Dadurch wird wiederum ein neues, starkes Hochdruckgebiet gestützt, welches sich über Nordwesteuropa bilden wird und bei uns den kalten Nordostwind bringt. Der Hochdruckkeil schiebt sich bis fast in die Arktis und "teilt" die dortige, eiskalte Luftmasse sozusagen in zwei Bereiche, einen über Nordkanada und den anderen über Sibirien sowie Nordwestrussland.

Das Ergebnis dieses recht ungewöhnlichen Wettervorganges: Die Temperaturgegensätze zwischen den Bereichen Grönland und Nordrussland verschärfen sich drastisch, wie die untenstehende Karte für den kommenden Dienstag veranschaulicht. Zu sehen sind die Temperaturen auf einer Druckhöhe von 850 hpa, das entspricht einer Höhe von ungefähr 1.400 bis 1.500 Metern.

Die Abweichungen von den "Normalwerten" liegen in beiden Bereichen bei über 12°C, sie sprengen praktisch die Skala. Angesichts dieser Konstellation ist es nicht ausgeschlossen, dass in der ersten Hälfte der kommenden Woche in Grönland rekordmilde Temperaturen gemessen werden, während es zur selben Zeit im Nordosten Europas für extreme Kälte mit Negativrekorden reichen könnte.  

+++ Dieser Artikel wurde erstellt von Lars Lowinski vom Institut für Wetter- und Klimakommunikation (IWK) und herausgegeben am Donnerstag, den 10. Dezember 2009, um 12:25 Uhr MEZ. +++

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