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Freitag, 22. September 2017

Nachricht vom 28.11.2005 10:07 Wetterspiegel auf Twitter folgen.

Umweltverbände hoffen auf Fahrplan für einen Kyoto-Nachfolgevertrag

Klimagipfel in Montreal

Berlin / Montreal - Der internationale Klimaschutz nach dem Jahr 2012 wird das bestimmende Thema auf dem bevorstehenden Klimagipfel im kanadischen Montreal sein. Das Kyoto-Protokoll sieht vor, dass die Beratungen über die so genannte 2. Verpflichtungsperiode, also über die Zeit nach 2012, noch in diesem Jahr beginnen. "Angesichts des zunehmenden Klimachaos dürfen wir keine Zeit verlieren, die Verhandlungen zügig voranzutreiben", betont Regine Günther, Leiterin des Klimareferats beim WWF Deutschland. In Montreal müsse der formale Beschluss fallen, die offiziellen Verhandlungen aufzunehmen. Wichtig sei eine feste "Deadline". Bis 2008 müsse der Nachfolgevertrag des Kyoto-Protokolls in "trockenen Tüchern" sein. Ein konkreter Zeitplan sei besonders für den Wirtschafts- und Finanzsektor wichtig. Die Unternehmen brauchen klare Signale, um Planungssicherheit für Investitionsentscheidungen zu bekommen. Nur so könne der viel versprechende Emissionshandelssektor mittelfristig Erfolg haben.

Da der Klimawandel ist ein globales Problem ist, wird es bei den Verhandlungen darum gehen, einen möglichst gerechten Beitrag der verschiedenen Länder festzulegen. Der WWF fordert von den Industrieländern ein eindeutiges Bekenntnis, die CO2 Emissionen nach 2012 absolut deutlich schärfer zu reduzieren. Der Beitrag von Entwicklungsländern zum Klimaschutz könne in der zweiten Verpflichtungsperiode nach 2012 unterschiedlich gestaltet sein. Die Spanne reiche vom verstärkten Ausbau der erneuerbaren Energien bis zur deutlichen Reduktion des Abholzens ihrer Wälder. In Montreal wird es zudem um die praktische Umsetzung des Kyoto-Protokolls gehen. Die Einzelheiten wurden bereits in Marrakesh 2001 ausgehandelt. Die Beschlüsse von damals müssen jetzt in Kanada noch einmal offiziell von den Kyoto-Vertragsparteien bestätigt werden, damit sie in Kraft treten können. Aus Sicht des WWF besteht hier kein Änderungsbedarf.

Ein weiterer Punkt auf der Tagesordnung betrifft besonders arme Ländern und ihre Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel. Das Spektrumreicht vom Deichbau über Sturm-Frühwarnsysteme bis hin zum Aufbau effizienter Bewässerung. "Gerade Länder, die besonders unter dem Klimawandel leiden, benötigen finanzielle Unterstützung, um sich auf die veränderten Bedingungen einzustellen. Eine Reihe von Zusagen liegen auf dem Tisch. Jetzt ist es an der Zeit sie einzulösen", so Regine Günther.

Die ersten verbindlichen Ziele zur Reduktion der Treibhausgase wurden auf der dritten Vertragsstaatenkonferenz 1997 in Kyoto beschlossen. Im Kyoto-Protokoll verpflichten sich die Industrieländerzu einer durchschnittlichen Reduzierung der Emissionen aller sechs Treibhausgase um 5,2 Prozent im Zeitraum von 2008 bis 2012 im Vergleich zur Emissionsmenge von 1990. Das Kyoto-Protokoll ist im Februar 2005 völkerrechtlich verbindlich in Kraft getreten.

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