Mein Wetter 
 Europa  >  Deutschland  >
Samstag, 25. November 2017

Nachricht vom 26.04.2004 00:24 Wetterspiegel auf Twitter folgen.

Angebliche Bedrohung der Brandgänse (Originaltext WWF, NABU)

WWF und NABU kritisieren Kabelverlegung im Wattenmeer

Husum - Mit heftiger Kritik reagierten die Umweltverbände WWF und NABU auf die heutige Entscheidung der Landesregierung Schleswig-Holsteins, der Firma E.ON den Bau eines Starkstromkabels quer durch das Mausergebiet der Brandgänse im Nationalpark Wattenmeer zu genehmigen. Rund 200.000 Brandgänse wechseln jedes Jahr im Juli und August ihr Federkleid in dem betroffenen Bereich des Nationalparks zwischen der Vogelinsel Trischen und der Elbmündung. Das Kabel soll Norwegen mit Deutschland verbinden und in Brunsbüttel ans Stromnetz angeschlossen werden. Jetzt ist genau die Jahreszeit, wo riesige Schwärme von Brandgänsen in dem Gebiet der geplanten Kabeltrasse mausern und dabei flugunfähig sind. Sie kommen dort aus ganz Europa zusammen, weil sie in der Mauserzeit sehr empfindlich sind und das Watt zwischen Trischen und der Elbmündung der bislang am wenigsten gestörte Bereich des Wattenmeeres ist. "Die Verlegung des Kabels, Störungen beim späteren Betrieb, elektromagnetische Felder und das Risiko eines Durchbruchs der Elbe in das dortige Wattgebiet können zur Vertreibung der Brandgänse aus ihrem Mausergebiet führen", sagte Hans-Ulrich Rösner, Leiter des Wattenmeer-Büros vom WWF. "Genau hiervor soll der Nationalpark eigentlich schützen, wenigstens in einem solchen Schutzgebiet müssen Tiere auch ihre Ruhe vor industriellen Bauten haben!", ergänzte Hermann Schultz, Landesvorsitzender des NABU. Für die Umweltverbände macht Umweltminister Müller mit seiner Entscheidung den Nationalpark zu einem Spielball der Energiekonzerne. Er setzt damit ein schlechtes Zeichen für die kommenden Jahre, wenn auch Anträge auf Kabelbauten für Offshore-Windparks zu erwarten sind. Diese Planer werden sich vermutlich gar keine Mühe mehr mit der Suche nach einer alternativen Trassenstrecke machen, wenn die rot-grüne Landesregierung den Nationalpark in dieser Weise zur Verkabelung freigibt. Der heutigen Entscheidung gingen jahrelange Debatten und ein Dialogverfahren voraus, bei dem von Seiten der Naturschutzverbände immer wieder versucht wurde, den planenden Energiekonzernen eine Trassenführung außerhalb des Nationalparks ans Herz zu legen. Eine Möglichkeit wäre es z.B., das Kabel am Rande des Elbfahrwassers zu verlegen oder insgesamt eine Route unter Umgehung des Wattenmeeres zu wählen. Bis zu der heutigen Genehmigung ist es jedoch nicht zu ernsthaften Prüfungen dieser Alternativen gekommen. Da das Brandgans-Mausergebiet nicht nur Teil des Nationalparks Wattenmeer ist, sondern auch als europäisches Schutzgebiet gemeldet ist, wären solche Alternativen-Prüfungen jedoch zwingend erforderlich gewesen.

Diese Seite zu Mister Wong hinzuf�gen Diese Seite zu Google-Lesezeichen hinzuf�gen Diese Seite zu del.icio.us hinzuf�gen Diese Seite zu LinkArena hinzuf�gen oneview - das merk ich mir!
Diese Seite gefällt Ihnen?
Klicken Sie auf einen der nebenstehenden Buttons, um Sie zu Ihren bevorzugten Favoritenseite hinzuzufügen.
Wetterspiegel Alle auf dieser Site zur Verfügung gestellten Informationen sind urheberrechtlich
geschützt und dürfen ohne schriftliche Genehmigung nicht weiterverwendet werden.
Bitte beachten Sie auch unser Impressum und unsere AGB.