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Montag, 25. September 2017

Nachricht vom 26.04.2004 00:24 Wetterspiegel auf Twitter folgen.

Höhere Umweltbelastung durch Majon als durch Ätna

Hohe SO2-Belastung der Atmosphäre durch Ausbruch des Majon

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Der Ausbruch des Ätna am 14.7.2001 aus dem All. [Bildrechte: © by DLR] 

Köln/Oberpaffenhofen - Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) beobachten weltweit Vulkanausbrüche und deren Folgen für die Umwelt per Satellit aus dem Weltraum. Auch wenn in den vergangenen Tagen insbesondere der Ätna im Licht der Öffentlichkeit stand, so führt der Ausbruch des Vulkans Majon auf den Philippinen am 26. Juli 2001 zu einer wesentlich größeren und dauerhafteren Umweltbelastung. Anders als beim Ätna ist dieser Vulkan wegen seiner explosionsartigen Ausbrüche für seine unmittelbare Umgebung weitaus gefährlicher, und er ist auch in der Lage, bedeutende Schwefeldioxidmengen in die obere Troposphäre bzw. untere Stratosphäre einzubringen, wo die Verweildauer wesentlich länger ist. Inzwischen hat das DLR aus Oberpfaffenhofen die ersten Daten des europäischen Umweltsatelliten ERS-2 und des GOME- Sensors (Global Ozone Monitoring Experiment) für den Majon ausgewertet. Sie zeigen eine wesentlich höhere Schwefeldioxidkonzentration in der Umgebung des Philippinischen Vulkans als am Ätna. Lagen dort die Spitzenwerte bei dem etwa 15fachen Wert der Hintergrundkonzentration, so ergab die Auswertung eines Satellitenüberflugs kurz nach Beginn der Eruption des Majons bereits eine bis fast 20fach höhere Konzentration an Schwefeldioxid als üblicherweise. Da der Vulkan eine mehr als zehn Kilometer hohe Aschewolke produzierte, wurde das emittierte Schwefeldioxid auch mit großer Wahrscheinlichkeit in höhere Atmosphärenschichten eingebracht. Da diese Wolke jedoch auch die Sichtbarkeitsbedingungen für den Satellitensensoren verschlechtert hatte, kann vermutet werden, dass die Messungen zu eher geringeren Schwefeldioxidmengen geführt haben, als tatsächlich in die Atmosphäre verbracht wurden. Beruhigung und Entwarnung am Ätna Die jüngsten Satellitendaten zur SO2-Konzentration in der Atmosphäre des Mittelmeerraumes lassen den Schluss zu, dass die momentane eruptive Phase des Ätna zu Ende geht. Nach wie vor zeigen sich deutlich erhöhte Konzentrationen in südöstlicher Richtung des Vulkans, jedoch wurde in den letzten Tagen eine Abnahme der Emissionen beobachtet. Gegenüber den Spitzenwerten zwischen dem 25. Juli und dem 27. Juli hat sich der Ausstoß auf rund ein Drittel reduziert. Aufgrund der seit Tagen vorherrschenden Windrichtung wurde Schwefeldioxid hauptsächlich nach Süden bzw. Südosten transportiert. Dabei geriet kurzzeitig auch die Ferieninsel Malta in die Zugstraße der Vulkanemissionen. Einheimische und Urlauber vor Ort dürften davon jedoch kaum etwas mitbekommen haben, da die Abgase sich weiterhin größtenteils in einem Niveau von mehreren Kilometern über dem Meeresniveau bewegen. Bei weiterer Beruhigung des Ätnas wird sich das injizierte Schwefeldioxid in den nächsten Tagen in der Atmosphäre nach und nach auflösen. Mit bleibenden Umweltschäden in der Region ist derzeit nicht zu rechnen. Ausbruch des Pinatubos führte 1992 zu weltweiter nachweisbarer Abkühlung Ein prominenter Nachbar des philippinischen Vulkans Majon ist der Pinatubo, der 1991 mit einem spektakulären Ausbruch eine gewaltige Menge an Schwefeldioxid in die untere Stratosphäre zwischen zwölf und zwanzig Kilometer schleuderte. Das im Laufe weniger Wochen daraus entstandene Sulfataerosol konnte binnen mehrerer Monate nach dem Ausbruch weltweit mit Messgeräten nachgewiesen werden, so auch mit einem flugzeuggetragenen Laserinstrument des DLR über Nordeuropa. Die Eruption des Pinatubo sorgte dann 1992 für eine merkbare globale Abkühlung um Zehntelgrade. Ein derartiger Einfluss der Schwefelwolke des Majon ist jedoch bisher nicht zu befürchten, da dessen eruptive Phase bisher nur von kurzer Dauer war.

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