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Montag, 25. September 2017

Nachricht vom 26.04.2004 00:24 Wetterspiegel auf Twitter folgen.

Schnelles Wachstum und Gift gefährden Ökosysteme

Killeralgen in der Adria

Hamburg - Nach dem sich die Killeralgen im Mittelmeer immer weiter ausgebreitet haben, ist nun auch die kroatische Adriaküste betroffen. Wissenschaftler sind an mehreren Stellen auf die giftigen Algen gestoßen. Sie sind giftig und mit einem Wachstum von bis zu 8cm/Tag eine Gefahr für das gesamte Ökosystem im Mittelmeer. Die Herkunft der Killeralge im Mittelmeer scheint derweil entschlüsselt. Genetische Analyse von der Caulerpa taxifolia zeigt enge Beziehung zu Aquarienkulturen in Europa und zu Freilandproben aus Australien. Einer internationalen interdisziplinären Forschergruppe um Jörg Wiedenmann von der Universität Ulm ist der Nachweis gelungen, dass die zahlreichen Standorte der eingeschleppten tropischen Grünalge Caulerpa taxifolia im Mittelmeer alle von dem selben Stamm besiedelt sind. Die Proben aus dem Aquarium des Ozeanographischen Instituts in Monaco weisen ebenfalls eine hohe Übereinstimmung auf. Hiermit sehen die Wissenschaftler den Beweis für erbracht, dass die Killeralgen, wie bislang nur vermutet, über das Aquarium an der Côte d?Azur ins Mittelmeer gelangte. Zeitpunkt: 1984. Die fremde Meerespflanze erhielt den unrühmlichen Beinamen "Killeralge" aufgrund ihrer rasanten Ausbreitung entlang der Küsten des Nordwestmediterrans. Ökologen fürchten um die Biodiversität in den betroffenen Zonen, da die dichten Bestände der toxischen Alge den Meeresboden wie mit einem grünen Teppich zudecken und so den einheimischen Organismen die Lebensgrundlage entziehen. Neuerdings macht auch im außertropischen Australien ein Bestand von Caulerpa taxifolia von sich reden. Im Bereich der Moreton Bay südlich von Brisbane breitet sich die Alge rasant aus. Wie die Untersuchung von Wiedenmann et al. zeigt, ähnelt der Bestand von Moreton Bay genetisch sehr stark den Mittelmeerproben. Bereits im Sommer des letzten Jahres waren die Algen auch vor Südkalifornien entdeckt worden. Damals war jedoch noch nicht klar, ob es sich tatsächlich um Abkömmlinge jener Alge handelt, die sich im Mittelmeer ausbreitet. Da viele verschiedene, schwer unterscheidbare Typen der Alge im Pazifik heimisch sind, hätte es sich auch um eine andere Form handeln können. Erbgutvergleiche an der Genfer Universität belegen jedoch, dass es sich in Kalifornien und im Mittelmeer um dieselbe Art handelt. Vermutlich, so lautet ein weiteres Untersuchungsergebnis, stammt die aggressive Caulerpa ursprünglich tatsächlich aus dem Meeresgebiet östlich von Australien. Vor Kalifornien bedecke die Alge inzwischen 5.200 Quadratmeter vor Carlsbad und 28.000 Quadratmeter vor Huntington Harbour - mit einer Ausbreitungsgeschwindigkeit von acht Zentimetern pro Tag.

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